Kettenlänge berechnen
Vor dem Kürzen einer neuen Kette braucht man eine belastbare Ausgangszahl. Der Rechner liefert eine geometrische Abschätzung der nötigen Gliederzahl – als Startpunkt für die abschließende Kontrolle am Rad, nicht als Ersatz dafür.
Was bedeutet das?
Ein Kettenglied entspricht einem halben Zoll (12,7 mm). Ketten lassen sich nur in geraden Gliederzahlen schließen, deshalb wird nach oben auf die nächste gerade Zahl gerundet. Bei Rahmen mit exzentrischem Tretlager oder Kettenspanner ist der Bereich zusätzlich variabel.
Formel und Annahmen
- Kettenstrebe [Zoll] = Kettenstrebe [mm] / 25,4
- Länge [Zoll] = 2 × Kettenstrebe + größtes Kettenblatt / 4 + größtes Ritzel / 4 + 1
- Glieder = Länge [Zoll] / 0,5, danach auf die nächste gerade Zahl aufrunden
Rechenbeispiel zum Nachrechnen
450 mm Kettenstrebe = 17,717 Zoll. Länge = 2 × 17,717 + 50/4 + 34/4 + 1 = 57,433 Zoll. Glieder = 57,433 / 0,5 = 114,866 → aufgerundet auf 116 Glieder.
Grenzen und Prüfhinweise
Schaltungshersteller geben teils abweichende Verfahren an, etwa das Auflegen der Kette auf größtes Blatt und größtes Ritzel ohne Schaltwerksdurchlauf plus einer definierten Zahl zusätzlicher Glieder. Bei Rahmen mit Umlenkung, langen Käfigen oder Federung kann das Ergebnis um zwei Glieder abweichen.
Vor dem Kürzen immer am Rad kontrollieren. Eine zu kurze Kette zerstört Schaltwerk und Rahmen.
Methodik und Quellen
Verwendet wird die verbreitete geometrische Näherungsformel für Kettenlängen. Die abschließende Freigabe erfolgt nach Herstellervorgabe des jeweiligen Schaltwerks.
Passende Rechner
Häufige Fragen
- Gilt die Formel auch für Zweifach-Antriebe?
- Ja, es zählt das größte Kettenblatt und das größte Ritzel.
- Warum wird immer aufgerundet?
- Weil eine zu kurze Kette Bauteile beschädigen kann, eine minimal zu lange Kette dagegen meist nur unruhiger läuft.